Projekte der Biostädte

Mehr Bio in Kommunen

Öffentliche Auftraggeber in Deutschland beschaffen jährlich Produkte, Bau- und Dienstleistungen in einem Umfang von rund 19% des Bruttoinlandprodukts. Im Jahr 2010 lag das Einkaufsvolumen bei knapp 480 Mrd. Euro, mit jährlich steigender Tendenz. Etwa die Hälfte der Ausgaben entfällt auf Bund und Länder, die andere Hälfte auf die Kommunen. Werden insbesondere Lebensmittel nachhaltig beschafft, so stellt dies einen mehrfachen Vorteil dar, sowohl für die öffentliche Hand selbst, als auch für die Gesellschaft, die Umwelt und das Wohl zukünftiger Generationen.

Wichtiges Anliegen ist es deshalb, den Bio-Anteil in der öffentlichen Beschaffung kontinuierlich zu steigern. Einige Kommunen leisten in diesem Bereich bereits Vorbildliches. Um gesetzliche und vergaberechtliche Sicherheit zu schaffen und die Erfahrungen bei der praktischen Umsetzung anschaulich darzustellen, hat das Bio-Städte ein gemeinsames Projekt mit dem Titel „Mehr Bio in Kommunen“ auf den Weg gebracht. Wichtiger Unterstützer ist das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft bzw. die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, die Mittel aus dem Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft gefördert.

Projektergebnisse

Projektergebnisse

Im Leitfaden werden insbesondere jene Themen, die für die Verwaltung von großer Bedeutung sind, ausführlich dargestellt. So wird anschaulich vermittelt, dass das Vergaberecht – an das öffentliche Einrichtungen ja gebunden sind – die Forderung nach Verpflegung in Bioqualität in einer Ausschreibung ausdrücklich erlaubt. Auch sind konkrete Vorschläge zur korrekten Formulierung von Ausschreibungen im Leitfaden zu finden. Anhand zahlreicher Praxisbeispiele wird deutlich gemacht, dass der Bioeinsatz trotz begrenztem Budget und verwaltungstechnischer Vorgaben auch in öffentlichen Einrichtungen erfolgreich umgesetzt werden kann. Es werden zahlreiche Tipps für die praktische Umsetzung gegeben, beispielsweise was bei der Auswahl von Lieferanten zu beachten ist und wie man die Zusatzkosten minimieren kann.
  • Bio-Lebensmittel sind als Vergabekriterium nicht nur zulässig, sondern von Seiten der EU sogar erwünscht.
  • Beeindruckende Praxisbeispiele zeigen, dass die richtige Einführung von Bio-Lebensmitteln die Menschen begeistert, nicht zwingend zu Mehrkosten führt und die Mitarbeiter/innen in Küchen und Einrichtungen zufriedener werden.
  • Mit dem Leitfaden ist die "Bio-Einführung" eine machbare Aufgabe.
  • Sie müssen es wollen!

Praxisleitfaden

Anlässlich des Kongresses StadtLandBio 2017 wurde vom Biostädte-Netzwerk der neu erstellte Leitfaden zur Bioeinführung in Kommunen zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt. Es ist der erste Leitfaden zum Thema Bio, der sich direkt an Städte und Gemeinden richtet.
Welche Vorteile bringt die Beschaffung von Bio-Lebensmitteln für kommunale Einrichtungen, und wie können Kommunen bei Einkauf und Beschaffung vorgehen? Diese und weitere Fragen beantwortet der neue Leitfaden Mehr Bio in Kommunen, der vom Netzwerk deutscher Biostädte herausgegeben und vom Beratungsunternehmen a’verdis gemeinsam mit dem Öko-Institut verfasst wurde. Der Leitfaden ist Teil des Projektes "Strategien und Konzepte zur erfolgreichen Einführung von Bio-Lebensmitteln im Verpflegungsbereich von Kommunen" der Biostädte Augsburg, Freiburg, Heidelberg, Lauf, München und Nürnberg, das über die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung gefördert wurde.
Es steht nun ein umfassendes Nachschlagewerk zur Verfügung, das Städte und Gemeinden durch den gesamten Prozess der Einführung von Biolebensmitteln begleiten kann: Angefangen von der Formulierung von Stadtratsbeschlüssen über die notwendigen Planungsprozesse innerhalb der Verwaltung bis zur praktischen Umsetzung in der Küche: Hier werden alle Aspekte aufgegriffen, die für einen erfolgreichen Bioeinsatz in öffentlichen Einrichtungen von grundlegender Bedeutung sind

Themen:

  1. Der Außer-Haus-Markt in Deutschland
  2. Bio-Lebensmittel als Baustein einer nachhaltigen Beschaffungsstrategie
  3. Der Rechtsrahmen für eine nachhaltige öffentliche Beschaffung von Lebensmitteln und Catering-Dienstleistungen
  4. Notwendige Schritte auf der politischen Ebene und im Verwaltungsbereich
  5. Fahrplan für das Vergabeverfahren
  6. Vorschläge für die Formulierung der Vergabeanforderungen
  7. Schritte zur erfolgreichen Einführung von Bio-Lebensmittel
  8. Erfolgsbeispiele aus Deutschland und Europa
  9. Serviceteil

Gefördert durch

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft
Kontakt

Dr. Werner Ebert
BioMetropole Nürnberg
Hauptmarkt 18, 90403 Nürnberg
Telefon: 0911 / 231 41 89
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